LONEWOLF – Army of the Damned

Band: Lonewolf
Album: Army of the Damned
Spielzeit: ?? min
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 30.03.2012
Mit LONEWOLF kehrt eine französische Power Metal Institiution wieder zurück auf die Bildfläche.
Seit Mitte der Neunziger treiben die Jungs nun schon ihr Unwesen im Metal Kosmos und sind nun mit ihrem neuen Werk „Army of the Damned“ zurück im Scheinwerferlicht. Geboten wird uns auf dem neuen Werk lupenreiner Power Metal Stoff der die Jungs noch mal ein gutes Stück voran bringen soll und die Metalleiter noch ein gutes Stück nach oben klettern soll. Wir werden später mal schauen ob das den Jungs gelungen ist.
Zuvor noch die Basisinfos. Gegründet wurde die Band bereits 1991 und 1996 lösten sich die Jungs schon wieder auf. In der Zwischenzeit schafften man es leider nicht eine komplette CD auf den Markt zu werfen. Mit der ersten eigen produzierten CD „March into the Arena“ im Jahr 2000 kehrte man wieder zurück ins Rampenlicht. In der Folge wurden drei weitere Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2009 mit dem Titel „The Dark Crusade“.
Nun sind die Jungs also mit ihrem neuen Label Napalm Records im Rücken zurück und präsentieren uns ihr neues Album.
Aktuell liest sich das Lineup wie folgt, Jens Börner (Gesang, Gitarre), Alex Hilbert (Gitarre), Rikki Mannhard (Bass) und Tonio Bussiere (Schlagzeug).
Genug Infos, steigen wir gleich mit dem Bandtrack „Lonewolf“ in die neue Platte ein. Recht episch wird die Nummer eingeleitet und man fühlt sich zurückversetzt in das frühe Mittelalter. Danach entwickelt sich aber eine flotte Power Metal Nummer die den Banger auffordert seine Mähne zu schwingen. Gewöhnungsbedürftig ist nach wie vor der Gesang von Fronter Jens, der sich irgendwo bei Ober GRAVE DIGGER Chris Boltendahl einsortiert. Absolut passend ist aber der Chorus der einfach perfekt passt. Guter Opener!
Das folgende „Crawling to Hell“ kommt direkt zur Sache und bangt sich fleißig durch unsere Gehörgänge. Leider bleibt es dort nicht gerade kleben, klingt das Ganze doch zu abgedroschen und schon tausendmal gehört.
Der Titeltrack „Army of the Damned“ ist aber wieder schön episch und Power Metal/True Metal Ware aller erster Güte. Volltreffer, genialer Titeltrack!
Im Mittelteil hat man mit „Soulreapers“ und „The last Defenders“ zwei ordentliche Tracks gepackt, so dass man den Hörer bei Laune hält.
Leider gibt es zwischen drin auch einige Ausfälle und die ziehen sich leider auch durch den Endteil, indem nur noch „The One you never see“ zu gefallen weiß.
Anspieltipps:
Mit dem Opener “Lonewolf”, dem Titeltrack “The Army of the Damned”, “Soulreapers” und “The One you never see” hat man schnell die stärksten Tracks ausgemacht.
Fazit :
Ein bisschen Durchwachsen kommt das neue Album von LONEWOLF daher. Es finden sich richtig starke Tracks, aber auch einige Totalausfälle auf dem Album. Dazu kommt noch der etwas ausgelutschte Pfad des Power/True Metal, den ich leider woanders auch schon stärker gehört habe. Die sehr eigene Stimme von Fronter Björn tut ihr übriges das es “The Army of the Damned” schwer haben wird in der Veröffentlichungsflut zu bestehen. Die Mission die Leiter etwas hochzusteigen, konnte leider nicht erfüllt werden.
Power und Tru Metal Freaks sollten aber auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, sie werden nicht enttäuscht werden.
WERTUNG:
Trackliste:
01. Lonewolf
02. Crawling To Hell
03. Army Of The Damned
04. Hellbent For Metal
05. Soulreapers
06. Celtic Heart
07. The Last Defenders
08. Cold
09. The One You Never See
10. Tally Ho
11. One Second In Eternity
Julian

MY DYNAMITE – My Dynamite

Band: My Dynamite
Album: My Dynamite
Spielzeit: ca. 41 min
Plattenfirma: Listenable Records
Veröffentlichung: 26.03.2012
Homepage: www.mydynamite.net

Verdammt, ist das ne neue Platte von den BLACK CROWES? Nein, vielleicht von den FACES? Alles Quatsch, die existieren ja schon ewig nicht mehr. Was hier so rock´n rollig aus den Boxen quillt, ist der Erstling der Australier MY DYNAMITE. Dass der Fünfer eine Vorliebe für die Sechziger und Siebziger hat, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Ihre Musik ist wohl ein Querschnitt aus den beiden oben genannten Bands.

Für ihr gleichnamiges Debüt sind die Jungs beim französischen Label Listenable Records gelandet, das wohl eine kleine Umstrukturierung vorgenommen hat, denn früher wurden vorwiegend härtere Combos unter Vertrag genommen. Also eine schöne Erweiterung, ohne die uns der 10 Tracker von MY DYNAMITE vielleicht noch länger vorenthalten gebleiben wäre. Die Band besteht aus: Patrick Carmody (vocals/harp), Jorge Balas (guitar/vocals), Benny Wolf (guitar/vocals), Travis Fraser (bass) und Simon Aarons (drums).

Die Platte beginnt sehr frisch mit „Take It Or Leave It“, richtig cooler Song mit einem geilen Mundharmonika-Solo. „Inside Out“ ist eher von der relaxten Sorte mit tollen Background Vocals. Bei „If We´re Livin´“ greifen die Jungs schon mal zu den Sternen und holen sich eine Portion LED ZEPPELIN ins Boot. „Dirty Game“ erinnert an die Mighty STONES zu einer Zeit, wo sie noch richtig gut waren. Das lässige „Watch Yourself Grow“ zeigt die ganze Coolness der Band, obwohl sie noch sehr jung sind, zocken sie schon wie die Profis. „Raise Your Glasses“ ist ein Gute-Laune-Rocker, kein Wunder bei dem Titel, und mit „Singing Stormy Water“ treten die Jungs erstmals richtig auf die Bremse. „Big Attraction“ driftet anfangs schon fast in die Frühphase der Landsmänner von AC/DC aber sobald der Gesang von Mr. Carmody einsetzt, sind wir wieder fast in der Welt von MY DYNAMITE – und die besteht praktisch durch das komplette Album aus den anfangs genannten Einflüsen. „All That She Brings“ kann den Standard nicht mehr ganz halten aber mit dem Rausschmeißer „Fork In Your Tongue“ haben die Jungs aus Down Under eine reichlich coole Nummer am Start. Beginnend ähnlich wie MOBY´s „Flower“ vom Soundtrack „Gone In 60 Seconds“ bieten MY DYNAMITE einen gelungenen Farbklecks zum Ausklang ihres Debüts.

„My Dynamite“ hat keine reinrassigen Hits zu bieten, kann aber aufgrund des kontinuierlich hohen Qualitätslevels der Songs gefallen. Wenn Ihr auf guten alten Rock der Marke BLACK CROWES oder der FACES steht, ist das hier Eure Scheibe.

WERTUNG: 

Trackliste:

1.Take It Or Leave It
2.Inside Out
3.If We´re Livin
4.Dirty Game
5.Watch Yourself Grow
6.Raise Your Glasses
7.Singing Stormy Weather
8.Big Attraction
9.All That She Brings
10.Fork In Your Tongue

Stefan

OUTLOUD – More Catastrophe EP

Band: Outloud
Album: More Catastrophe EP
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 30.03.2012
Homepage: www.outloud-rock.com

Eines kann man den Griechen OUTLOUD nicht vorwerfen: Faulheit. Denn nach 2 Longplayern in 2009 und 2011 werfen sie quasi als Überbrückung zum dritten Album, das in Kürze angegangen wird, so eben mal eine 6 Track EP unter die Meute. Und so haben die Mannen um die beiden FIREWIND-Musiker Bob Katsionis und Mark Cross 3 brandneue Stücke auf diese EP gepackt und sie mit 3 weiteren Gimmicks versehen.

„Saints On Fire“, „Cross The Line“ und „Mr. Long Gone“ nennen sich die 3 Neuzugänge auf „More Catastrophe“. Und sie geben die Richtung an, in die OUTLOUD mit ihrem nächsten Dreher wollen. „Saints On Fire“ ist ein cooler Metalsong mit viel Melodie – unverkennbar OUTLOUD. Auch bei „Cross The Line“ machen die Griechen keine Gefangenen, auch wenn mir das Riff irgendwie bekannt vorkommt. „Mr. Long Gone“ lässt noch mal die Sau raus, klingt frisch und unverbraucht und lässt erahnen, dass die Griechen auf dem kommenden Opus noch eine Schippe an Härte draufpacken könnten.

Song Nr. 4 ist die bereits in digitaler Form veröffentlichte Weihnachts-Single „The Last Days Of December“, wo sich OUTLOUD ganz besinnlich geben. Schöner Song, aber jetzt, wo der Frühling unser Land fest im Griff hat, etwas befremdlich (aber nächstes Weihnachten kommt bestimmt). Es folgt eine Flamenco-Version von „Falling Rain“ vom letzten Album, die mit ihrem Gepfeife etwas überflüssig erscheint. Allerdings kann die Piano-Version des Hits „We Run“ das wieder wett machen und somit stellt „More Catastrophe“ eine schöne Verkürzung der Wartezeit zum folgenden Album dar.

Die Scheibe wird auf den Konzerten der Band verkauft und ist ausserdem über AOR Heaven erhältlich.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Saints On Fire
2.Cross The Line
3.Mr. Long Gone
4.The Last Days Of December
5.Falling Rain (Flamenco)
6.We Run (Piano & Vocals)

Stefan

H.E.A.T. – Address The Nation

Band: H.E.A.T.
Album: Address The Nation
Spielzeit: 42:31 min
Plattenfirma: Ear Music/Edel
Veröffentlichung: 23.03.2012
Homepage: www.heatsweden.com

Tränen flossen beim Abschied von Sänger Kenny Leckremo, als er nach 2 tollen Alben vor einiger Zeit eine der hoffnungsvollsten AOR-Bands der Rock´n Roll Welt verließ. Als Nachfolger wurde der Gewinner einer Castingshow (Swedish Idol 2009) bekanntgegeben. Ganz ehrlich gesagt, zählte ich mich auch zu den Zweiflern, ohne aber gehässige Kommentare loszuwerden (was es leider immer wieder gibt) oder Erik Gronwall keine Chance zu geben. Schon von seinem Erscheinungsbild her passte dieses Milchgesicht so gar nicht zur übrigen Gang, aber alles war umsonst. Die ganze Aufregung, wo geht die Reise hin usw…

H.E.A.T. machen ihrem Namen alle Ehre und präsentieren mit „Address The Nation“ genau das Album, was sich wohl jeder Fan gewünscht hat. Erik Gronwall hat die perfekte Stimme mitgebracht und ersetzt den guten Kenny wirklich gut. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle diese Rezi mit den Worten „Kauft Euch diesen Überflieger“ beenden und alles wäre gut. Aber wir wollen doch ein bisschen tiefer graben und dieses dritte Album näher beleuchten.

Grammygewinner Tobias Lindell konnte als Produzent gewonnen werden und er hat „Address The Nation“ den richtigen Touch verpasst. Melodiöser AOR/Hardrock ganz im Fahrwasser der 80ger Jahre, der erneut an die große Zeit von EUROPE, BON JOVI oder auch JOURNEY erinnert. Und eines haben die Jungs auch gelernt: ein knackiger 10 Tracker ist immer besser als 13 oder 14 Songs auf dem Album zu haben aber davon nur 1 oder 2 Füller. Auf „Address The Nation“ gibt es definitiv keinen Song, der nicht unverzichtbar wäre. 10 Volltreffer zieren diese Platte. Leider haben sich die Zeiten geändert, denn früher wären die Schweden spätestens mit diesem Album eine ganz große Nummer geworden, die sicher in einem Atemzug mit ihren Vorbildern genannt werden würden.

Genug der großen Worte – Superlative habe ich mir extra gespart. Es wird wohl schwer sein, dieses Jahr noch eine bessere AOR Scheibe entdecken zu können, obwohl speziell der Underground und die kleinen Firmen in den letzten Jahren gut zugelegt haben an hochwertigen Releases und neue, richtig gute Gruppen ein Publikum bedienen, das auch ein wenig am Wegesrand Ausschau halten. „Address The Nation“ aber liegt mitten auf dem breiten Highway und ist wohl der feuchte Traum aller Rockfans – Go and get your copy, NOW!

WERTUNG:

 

 

Trackliste:

1.Breaking The Silence
2.Living On The Run
3.Falling Down
4.The One And Only
5.Better Off Dead
6.In And Out Of Trouble
7.Need Her
8.Heartbreaker
9.It´s All About Tonight
10.Downtown

Stefan

SIR REG – A Sign Of The Times

Band: Sir Reg
Album: A Sign of the Times
Spielzeit: 42:05 min.
Plattenfirma: Heptown Records
Veröffentlichung: 28 Oktober 2011
Homepage: www.sirreg.se

Eine schwedische Band, die Celtic Punkrock spielt. Nur der Sänger ist ein echter Ire, der aber schon seit Jahren in Schweden lebt. Wahrhaft multikulti. Die bunte Truppe setzt sich aus den folgenden Musikern zusammen: Brendan Sheehy (Akkustik Gitarre & Gesang), Karin Ullvin (Geige), Erik Dahlquist (Schlagzeug), Jimy Glava (E-Gitarre), Juba Nurmenniemi (Bass) und Mats Lindström (Bouzouki). Auch das letztgenannte Instrument, das Bouzouki passt eindeutig in das Multikulti-Konzept, denn dieses, eine Langhalslaute, ist in Griechenland zu Hause. Ihr zweites Album, „A Sign of the Times“, verdient es, intensiv angehört zu werden.

Das Cover erinnert an Fantasy-Lyric. Ein Uhrenglas, in dem die grünen Wiesen Irlands, eine Hütte und geheimnisvoller Nebel sowie verschwommene Gestalten sind. Irland, das Land der Feen und Geister, Trolle und Kobolde. Das passt natürlich sehr gut zusammen und harmoniert mit dem Titel „A Sign of the Times“.

Die Stimme Brendan Sheehys ist sehr angenehm und die Musik macht richtig gute Laune. Das lustige Gefiedel passt gut zu den restlichen Tönen und man ertappt sich, wie gern man einen irischen Tanz dazu sehen oder aufführen möchte. Die Musik ist eine absolut runde Sache und schwer zu vergessen. Einmal gehört, bleibt es als Ohrwurm im Kopf. Man wird die Musik nur noch schwer los. Eine sehr schöne Mischung aus punkigen Tönen und Irish Folk.

Mit dem Titelsong „A Sign of theTimes“ ist der richtige Einstieg gefunden. Er macht direkt neugierig auf den nächsten und könnte durchaus ein richtiger Mitgröhl-Song werden. „Dying to Rebel“ hebt sehr schön das Gefiedel der Geige hervor und wird keine Sekunde langweilig. Es wird deutlich, dass Geige nicht nur ein Klassikinstrument sein muss, sondern vielseitig eingesetzt werden kann. Etwas schwächer wird die Leistung dann bei „How the Hell can you sleep“ und „This Country’s for Sale“. Diese beiden muten ein wenig öde an und als Hörer hofft man, das die Band ihre Kreativität und Power nicht verpulvert hat. Ein schöner Mitsing-Song mit seinem eingängigen Text ist dann aber schon wieder der Folge-Song „Far Away“, ist Sänger Sheehy ganz wehmütiger Ire. Die Instrumente passen sich ein wenig traurig und herzzerreißend an. Die weiteren Songs bekommen dann ihren fröhlichen Touch zurück und versetzen den Hörer wieder in Party- und Gute Laune-Stimmung. Allerdings überzeugt „I’ll jeave for New York“ nicht mit Aufbruchstimmung. Wäre ja auch schade, eine so interessante und originelle Band in Europa zu haben und sie dann womöglich nach New York zu verlieren. Zum Abschluss noch ein ruhiger und fast romantischer Song mit „Dublin City“, der eine kleine Liebeserklärung an Dublin ist.

„A Sign of the Times“ ist ein schönes, sorgloses Album und es ist zu hoffen, dass von den schwedischen Iren-Punks noch mehr zu hören sein wird.

Anspieltipps: „A Sign of the Times“, „Dying to Rebel“, “Far Away”, “Dublin City”

Fazit :  Wer originelle, aus der Art geschlagene Musik mag und offen für Neues ist, wird dieses Album mögen. Es ist speziell – wie irischer Whiskey und schwedisches Smorrebrod. Keine große Überraschung zum Vorgänger, der seit 2010 in den Musikläden steht, aber möchte man die wirklich haben?!

WERTUNG:

Trackliste:

1.A Sign Of The Times 3:57
2.Dying To Rebel 2:37
3.How The Hell Can You Sleep? 4:17
4.This Country’s For Sale 4:49
5.Far Away 4:59
6.Bolloxology 2:35
7.I’ll Leave For New York 3:25
8.Living On The Moon 2:44
9.Ah Just Leave Me Alone 2:57
10.Frustration 4:03
11.Dublin City 5:42

Sandra

MAD MAX – Another Night Of Passion

Band: Mad Max
Album: Another Night Of Passion
Plattenfirma: SPV
Veröffentlichung: 23.03.2012
Homepage: www.madmaxofficial.de

Mit ihrem dritten Album „Night Of Passion“ waren die vier Jungs von MAD MAX anno 1987 bereit, die USA zu überfallen und dort gehörig Rabatz zu machen. Es war alles perfekt: ein tolles Album im Gepäck, die Zeitpunkt gut gewählt, sogar die Tournee war schon in trockenen Tüchern. Und nach einem Album wie „Stormchild“, das zwar einen Hit wie „Lonley Is The Hunter“ enthielt, aber insgesamt etwas schwächelte, hatte man sich enorm gesteigert und ein Meisterwerk abgeliefert. Warum es trotzdem nicht klappte, kann wohl keiner so richtig nachvollziehen. In den Geschichtsbüchern des Rock´n Roll steht auf jeden Fall, dass sich die Band nach diesem Disaster frustriert aufgelöst hat und erst 2006 zum Album „Night Of White Rock“ wieder in Originalbesetzung mit Michael Voss (g.,v.), Jürgen Breforth (g.), Roland Bergmann (b.) und Axel Kruse (d.) zusammenkam. Aber nach dem 2007er Opus „White Sands“ war schon wieder Schluß damit, denn Drummer Axel Kruse konzentrierte sich auf JADED HEART und stieg erneut aus. 25 Jahre nach „Night Of Passion“ hat sich das Ur-Line Up wieder zusammengefunden, um dort anzuknüpfen, wo sie damals aufgehört hatten. Und obwohl der Titel bewusst so gewählt wurde, um einen Zusammenhang zu damals herzustellen, haben die Alben musikalisch nicht allzuviel gemein. Allerdings gibt es doch ein paar Gemeinsamkeiten, denn das neue Album tönt verdammt kernig aus den Boxen und strotzt nur so vor Spielfreude. Gute Songs haben die Jungs schon immer abgeliefert, aber in jüngerer Vergangenheit haben MAD MAX öfter mal das „Mad“ im Bandnamen vergessen und eher zahmen Hardrock gespielt.

Das kann man vom Opener „Rocklahoma“ gar nicht behaupten, denn die Gute Laune Nummer ballert ordentlich. Natürlich handelt der Song vom fast schon legendären Rock-Megafestival in den USA. „40 Rock“ kommt nicht mehr mit der gleichen ungestümen Power daher, kann aber dennoch überzeugen. „Metal Edge“ macht seinem Namen alle Ehre – ein solches Pfund hätte ich den Mannen um Tausendsassa Voss ehrlich nicht zugetraut. Der Song beamt Dich zurück mitten in die 80ger und direkt zu Alben wie „Night Of Passion“. „You Decide“ setzt noch einen Song im selben Fahrwasser drauf, bevor „Welcome To Rock Bottom“ dieses Trio beschließt. Denn mit „Fallen From Grace“ wird es etwas ruhiger – obwohl hier auf eine Ballade bewusst verzichtet wurde. Mit „Black Swan“ zeigen die Jungs, dass sie auch schneller können, hier wummert der Double-Bass, der wohl härteste Song seit 25 Jahren. „Back And Alive“ und „Fever Of Love“ markieren typische MAD MAX Songs und das gediegenere „The Chant“ fällt etwas aus der Reihe – trotzdem ein guter Song. Das abschließende Instrumental „True Blue“ ist zwar kein Highlight, gibt aber Zeit, um das Gehörte noch einmal an sich vorbeigehen zu lassen.

Ich bin überrascht: habe ich bei den ersten Höreindrücken noch sehr wenige Parallelen zum 1987er Album festgestellt, ist das nach mehrmaligen Durchgängen nicht mehr von der Hand zu weisen. Aber „Another Night Of Passion“ kann viel mehr. Es ist die perfekte Mischung aus alten Einflüssen und modernem Sound, gepaart mit wirklich tollen Songs mit vielen Facetten. Unterm Strich also eine geile Scheibe, die definitiv eine besondere Position in der Discographie von MAD MAX einnehmen wird. Übrigens gibt es zwei verschiedene Versionen, wem die normale Jewel-Case-Version nicht reicht, der kann sich auch das Digipak ins Regal stellen, das noch mit einer Bonus Live-CD „Live In Berlin“ aufwartet. Wenn das mal kein fettes Package ist.

WERTUNG:

Trackliste:

1.Rocklahoma
2.40 Rock
3.Metal Edge
4.You Decide
5.Welcome To Rock Bottom
6.Fallen From Grace
7.Black Swan
8.Back And Alive
9.The Chant
10.Fever Of Love
11.True Blue

Stefan

FAIR WARNING – Best And More

Band: Fair Warning
Album: Best And More
Plattenfirma: SPV
Veröffentlichung: 23.03.2012
Homepage: www.fair-warning.de

FAIR WARNING sind eine der besten Melodic-Rock Bands aus der deutschen Heimat und kämpfen leider immer noch mit dem Umstand, dass bei uns praktisch niemand auf gute Musik steht. In Japan hat man die Qualität ihrer Songs, ihr spielerisches Können und die Sympathie jedes einzelnen Bandmitgliedes schon sehr schnell erkannt, denn im Land der aufgehenden Sonne sind die Burschen schon lange Superstars. Hierzulande müssen die Jungs auch über 20 Jahre nach ihrer Gründung um jede verkaufte CD kämpfen. Bisher hat der Vierer 6 hervorragende Studioalben veröffentlicht, die sich immer wieder mit Live-Platten abgewechselt hatten. Ob man nun nach jeder Studio-Scheibe eine Liveplatte braucht, muss jeder für sich entscheiden, aber Fakt bleibt aber, dass FAIR WARNING eigentlich zur Champions League des Melodic Rock gezählt werden sollten.

„Best And More“ soll das nun unterstreichen, denn hier hat man 32 Songs zusammengetragen, die einen schönen Überblick über das bisher geschaffene Liedgut geben. Auch hier ist man wie bei der Veröffentlichungspolitik nach dem Muster Studio/Live/Studio vorgegangen, denn auf „Best And More“ wurden immer wieder Live-Aufnahmen eingestreut. Das mag für den ein oder anderen etwas nervig sein, mich stört es nicht unbedingt, wobei es schon etwas gewöhnungsberdürftig ist. Aber da FAIR WARNING auch live einen Bombensound haben, ist das schon zu verschmerzen.

Leider gibt es auf „Best And More“ trotz des Titels wenig „More“ zu entdecken, denn bis auf eine Live-Version der Coverversion „Rock´n Roll“ sind nur 2 Songs vertreten, die bisher nur auf Singles zu haben waren: „Light In The Dark“ war auf der „Angels Of Heaven“ Single zu finden und „Children´s Eyes“ auf den Singles „Rain Song“ und „In The Ghetto“. Schade, dass sich in den Archiven nicht noch mehr Unveröffentichtes gefunden hat.

Aber die Trackliste entschädigt dafür, denn es sind nur Highlights am Start. Und wer Songs wie „Longing For Love“, „When Love Falls“, „Angels Of Heaven“, „Don´t Give Up“, „Long Gone“, Generation Jedi“ oder „Rain Song“ im Repertoire hat, braucht sich eh um nichts mehr Sorgen zu machen. Persönlich favourisiere ich immer noch die ersten beiden Veröffentlichungen der Band, die auch heute noch zum Besten gehören, was es an Hardrock aus deutschen Landen gibt – trotzdem sollte man nicht den Fehler begehen und die übrigen Releases von FAIR WARNING vernachlässigen.

Obwohl es keine richtige Punktewertung für „Best And More“ gibt, muss ich die durchgehend hohe Qualität der Stücke erwähnen. Ob solch eine Compilation Sinn macht, muss jeder für sich entscheiden, dennoch bin ich mir sicher, dass der Einsteiger in Sachen FAIR WARNING zwar im ersten Augenblick begeistert sein wird von diesem Doppel-Scheibchen. Sollte er sich aber etwas mehr mit dem Schaffen der Jungs auseinandersetzen, wird er schnell feststellen, dass es eigentlich keinen Weg um den kompletten Backkatalog geben kann.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

CD 1:
1.Burning Heart
2.Save Me
3.All On Your Own
4.Longing For Love
5.When Love Fails
6.Angels In Heaven
7.Out On The Run
8.Don´t Give Up
9.Long Gone
10.Generation Jedi
11.Don´t Keep Me Waiting
12.Still I Believe
13.Heart On The Run
14.Here Comes The Heartache
15.I´ll Be There
16.I Fight
17.The Way You Want It

CD 2:
1.Rock´n Roll (Unreleased)
2.A Little More Love
3.Come On
4.The Heart Of Summer
5.Angel Of Dawn
6.The Call Of The Heart
7.Rain Song
8.Like A Rock
9.Out Of The Night
10.Meant To Be
11.Don´t Count On Me
12.Just Another Perfect Day
13.Light In The Dark (Single Track)
14.Man On The Moon
15.Children´s Eyes (Single Track)

Stefan

JACK BLADES – Rock´n Roll Ride

Band: Jack Blades
Album: Rock´n Roll Ride
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 23.03.2012
Homepage: www.jackblades.com

JACK BLADES dürfte vielen von Euch von NIGHT RANGER oder der ehemaligen Supergroup DAMN YANKEES bekannt sein. Und kurz nach dem letzten NIGHT RANGER-Album im letzten Jahr steht im Hause BLADES schon der nächste „Rock´n Roll Ride“ – so der Titel seiner neuen Soloscheibe – an.

Und die Reise beginnt mit dem kraftvollen „Back In The Game“ ziemlich vielversprechend, das macht Laune. Denn auch der folgende Titeltrack ist vom Feinsten. Nichts anspruchsvolles für Frickel-Fans, sondern einfacher US-Hardrock mit Sunshine-Feeling. Aber danach endet meine anfängliche Euphorie leider mit ziemlichen Langweilern wie „Hardest Word To Say“ und „Anything For You“. „Love Life“ kann meine Stimmung wieder etwas bessern und auch das etwas country-lastige „West Hollywood“ geht noch gut rein. Danach gibt es aber leider nicht mehr allzuviel zu entdecken, denn außer „Rise And Shine“ haut der gute Mr. BLADES nur noch Durchschnittware raus.

So gut die Referenzen von JACK BLADES auch sein mögen, mit „Rock´n Roll Ride“ kann er mich nur teilweise in seinen Bann ziehen. Vier tolle Songs (die ich Euch aber dennoch ans Herz legen möchte) reichen bei Weitem nicht aus, um mir die komplette Ochsentour ins Regal zu stellen. Da hilft auch meine momentane Frühlingsstimmung nicht viel. 

WERTUNG:

Trackliste:

1.Back In The Game
2.Rock´n Roll Ride
3.Hardest Word To Say
4.Anything For You
5.Love Life
6.West Hollywood
7.Born For This
8.Don´t Give Up
9.Say You Will
10.Rise And Shine
11.Hey Now

Stefan

CRIMSON CULT – Tales of Doom

Band: Crimson Cult
Album: Tales of Doom
Spielzeit: 58:50 min
Plattenfirma: Pure Legend Records
Veröffentlichung: 23.03.2012
Und wieder betätigt sich Pure Legend Records als Wiederentdecker von „Alt“ Musikern. Die Band CRIMSON CULT ging 2008 aus den Überresten der aufgelösten
STYGMA IV/STIGMATA/BIG HEAT hervor. Das Debüt „Crimson Cult“ wurde 2009 veröffentlicht und wirbelte einiges an Staub auf. Nun geben die Jungs ihr Labeldebüt bei Pure Legend Records mit dem neuen Album „Tales of Doom“. Dieses schwermütige und düstere Werk erzählt von menschlichen Schicksalen und Abgründen. Stilistisch könnte man CRIMSON CULT mit SAVATAGE vergleichen, die ja immer eine ähnlich dichte Atmosphäre bei ihren Songs hatten.
Die Jungs das sind im übrigen Günter Maier (Gitarre), Alexander Hilzensauer (Bass.,
Walter Stüfer (Gesang) und Peter „BEDA“ Bachmayer (Schlagzeug).
Viel mehr gibt es auch nicht über die Jungs zu berichten, man hielt sich bislang eher im Hintergrund, mal schauen ob man mit dem neuen Werk endgültig ins Rampenlicht treten kann.
Eröffnet wird mit „State of Fear“ welches sich gleich mächtig in den Gehirngängen festsetzt. Eine brachiale Eröffnung, die aber im Chorus schön melodisch daher kommt und nebenbei aber auch nicht notwendige Heavyness vermissen lässt.
Das folgende „Behind the Curtain“ schlägt in dieselbe Kerbe. Heavy aber immer schön songdienlich musiziert man sich bis zum wieder starken Chorus. Hervorheben muss man hier die unterschiedlichen Gesangsstile von Fronter Walter. Der Mann hat absolut was drauf!
Recht interessant kommt „Coshinja“ daher. Eine schwere, fast schon doomige, Nummer die wieder durch ihren starken Gesang und den interessanten Melodiebögen auffällt. Der Chorus ist hier ebenfalls absolut gelungen.
Das anschließende „The long way home“ ist ein wenig melancholischer gehalten, steht der Eingängigkeit und der Stärke der Vorgänger aber in nichts nach. Eine packende Nummer, die einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht. Hier zeigen CRIMSON CULT was sie drauf haben!
Dies trifft ebenfalls auf das balladenhafte „On the Edge“ zu, welches ebenfalls ein trauriges Thema behandelt und durch sein Gefühl und seine Atmosphäre einfach heraussticht.
Im letzten Drittel der Scheibe hat man mit „Crimson Empire“ ebenfalls einen Volltreffer mit an Bord, welcher durch seine Atmosphäre und durch den genialen Chorus heraussticht.
Perfekt abgeschlossen wird die Platte dann durch das Instrumental „Inquisition“.
Anspieltipps:
CRIMSON CULT zaubern uns hier ein Lächeln ins Gesicht. Dafür verantwortlich sind auf jeden Fall die Tracks „State of Fear“, „Behind the curtain“, „The long way home“, „On the Edge“ und „Crimson Empire“.
Fazit :
Mit ihrem Labeldebüt „Tales of Doom“ rennen die Jungs von CRIMSON CULT bei mir wirklich offene Türen ein. Der Mix zwischen Heavyness und Melodischem ist hier recht gut gelungen.
Schnelle, kraftvolle Songs wechseln sich ab mit ruhigen Stücken, man bleibt jederzeit songdienlich und gut mitsingbar sind die Dinger auch noch.
Was soll ich sagen? Mit ihrem neuen Werk haben mich die Jungs von CRIMSON CULT auf jeden Fall überrascht! So stark hatte ich sie nicht auf der Rechnung, von mir gibt es auf jeden Fall eine dicke Kaufempfehlung für diese geile Scheibe.
WERTUNG:
Trackliste:
01. State of Fear
02. Behind the curtain
03. Institution Christ
04. Choshinja
05. The long way home
06. Warrior Son
07. On the Edge
08. Second Life
09. Crimson Empire
10. The Inquisition
Julian

GUN BARREL – Brace for Impact

Band: Gun Barrel
Album: Brace for Impact
Spielzeit: 52:36 min
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.03.2012
Eine der deutschen Heavy Rock/Metal Kombo bringt dieser Tage ihr lang erwartetes neues fünftes Album auf den Markt. Ihr Name, GUN BARREL.
Bereits im Jahr 2001 veröffentlichte man das Debütalbum „Power Dive“, bis 2008 veröffentlichte man drei weitere Alben und eine DVD, durch die man einigen Staub aufwirbeln konnte und sich eine beachtlichen Fanschar erspielen konnte. Danach gab es erstmal eine längere Pause, die die Band nutze um sich neu zu sammeln, einen neuen Labeldeal an Land zu ziehen (vorher LIMP Music, nun Massacre Records) und um Kraft zu tanken. Diese Pause haben sie auch genutzt um die Besetzung zu ändern. Der Sängerposten ist erneut, das dritte Mal, neu besetzt worden. Mit Patrick Sühl hat man dieses Mal jemanden aus dem direkten Umfeld der Band für diesen Job gefunden. Des Weiteren besteht die Band aus Rolf Tanzius (Gitarre), Tomcat Kintgen (Bass) und Toni Pinceroli (Schlagzeug).
Zwolf Jahre nach der Bandgründung scheint man nun erneut mit Volldampf zurück zu sein, man verspricht uns auf jeden Fall ein Energie geladenes Album. Und Energie hatte die Band schon immer das konnten sie auf so einigen Konzerten mit so Größen wie RAGE, MYSTIC PROPHECY, JON OLIVA`S PAIN, TANKARD, WASP und MORGANA LEFAY beweisen.
Mit dem Intro „No surrvival on arrival“ legt man auf jeden Fall schon mal gut los und bereitet den Hörer auf das Kommende gut vor.
Der erste richtige Track ist dann auch gleich der Titeltrack „Brace for Impact“. Und hier legen die Jungs gleich los wie die Feuerwehr, Doublebass Drumming paart sich mit krachenden Riffs und dem schneidenden Gesang von Neufronter Patrick. Dazu der gute Chorus und fertig ist ein perfekter Opener/Titeltrack und der erst Treffer!
Auch das folgende „Dancing on Torpedos“ geht gut nach vorne und dreht sich schön rockig in unsere Ohrmuscheln. Ein guter Laune Heavy Rocker, der durch seinen einfachen und eingängigen Chorus angenehm auffällt.
Danach gibt es ein bisschen Standardkost bevor man mit „Diamond Bullets“ wieder zurück in die Spur findet. Die Jungs sind halt einfach am Besten wenn sie richtig drauf los rocken und das zeigen sie uns hier!
Danach folgen mit „With Might and Main“ und „The wild hunt“ auch noch starke Tracks so das man damit den etwas schwächeren Mittelteil ausgleichen kann.
Der Abschlusstrack „Big Taboo“ ist ein bisschen schwerfällig und nicht mehr ganz so packend, schließt das Album aber doch recht gut ab.
Anspieltipps:
Die stärksten Tracks auf dem neuen Album von GUN BARREL sind auf jeden Fall der Titeltrack “Brace for Impact”, “Dancing on Torpedos”, “Diamond Bullets”, “With Might and Main” und “The wild hunt”.
Fazit :
Die Deutschen GUN BARREL hatte ich bislang nicht so wirklich auf der Rechnung. Das neue Album “Brace for Impact” ist den Jungs ganz ordentlich gelungen. Der neue Sänger Patrick macht seine Sache sehr gut und passt von der Stimmlage perfekt zum Heavy Rock der Band. Man kann leider den guten Start nicht übers Ziel retten, dafür haben sich im Mittelteil ein paar schwächere Songs eingeschlichen, aber für ein ordentlich als abschließendes Fazit langt es alle Male!
WERTUNG:
Trackliste:
01. No surrvival on arrival
02. Brace for Impact
03. Dancing on Torpedos
04. Books of Live
05. Start a Riot
06. Stand your Ground
07. Diamond Bullets
08. With Might and Main
09. The wild Hunt
10. Turbölence & Decadence
11. Big Taboo
Julian