THE DEAD DAISIES – Light Em Up

Trackliste:

01. Light ‘Em Up
02. Times Are Changing
03. I Wanna Be Your Bitch
04. I’m Gonna Ride
05. Back To Zero
06. Way Back Home
07. Take A Long Line
08. My Way And The Highway
09. Love That’ll Never Be
10. Take My Soul

 

Spielzeit: 36:41 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: Steamhammer/SPV – VÖ: 06.09.2024 – Page: www.facebook.com/TheDeadDaisies

 

THE DEAD DAISIES sind mit einem neuen Album zurück, und das so laut und stolz wie immer, was diese Band im Laufe ihres Bestehens auf die Hörer losgelassen hat bewegt sich irgendwo zwischen Blues, Classic und Hard Rock. Im Jahr 2024 besteht die Band aus John Corabi am Mikrofon (einfach die ideal Besetzung für diesen Posten), Doug Aldrich und David Lowy and den Gitarren, Michael Devin am Bass und Tommy Clufetos an den Drums. In der Vergangenheit waren viele sehr Bekannte Namen in der Besetzung, diese wirkt weder schlechter noch besser. Ich bin gespannt ob die Gänseblümchen die Power auf die Bühne bringen können.

THE DEAD DAISIES stehen seit ihrem Debütalbum für energiegeladenen Volldampf Fucking Ass Kickin‘ Rock N Roll und genau das erwartet den Hörer auch auf „Light Em Up“. Dem Hörer wird der Arsch aufgerissen ohne mit der Wimper zu zucken, die Mucke überfährt einen wie eine Straßenwalze und plättet einem ohne das man sich dagegen wehren kann. Der Genuss von „Light Em Up“ weckt nur das alte Klischee von Sex, Drugs & Rock N Roll, und das ist auch gut so. Schlecht können viele aber so wie die DAISIES nur wenige.

Die dreckige, vorlaute und rotzige Stimme von John lässt nur einen Schluss zu, der ist entweder in den Sümpfen der Südstaaten oder auf der Mülldeponie aufgewachsen, yeah was für ein Organ. Die Riffakrobaten beackern die Griffbretter mit einer Leidenschaft das einem die Tränen vor Freude kullern. Der Bass kann sich gut behaupten nur die Drums hören sich zwar ein wenig elektronisch an gehen aber voll auf die Zwölf. Die Produktion klingt von den Gittis her Retro und Vintage, die Drums Modern und der Rest bewegt sich auf einem sehr passenden Level für die Mucke der DAISIES.

Vergleichen kann man die DAISIES nicht wirklich, die machen einfach eine Art groovenden Classic bzw. Hard Rock der gegen jeden Trend schwimmt und auf das pfeift was in den Radios, auf MTV oder Vh1 läuft. Die Band scherrt sich nicht darum ob sie Airplay bekommen sondern Rocken was das Fleisch am Hintern hergibt bevor es durchgescheuert ist. Es gibt bei allen Vertretern des Fucking Ass Kickin‘ Rock N Roll immer Berührungspunkte, Ähnlichkeiten und Parallelen, aber wenn man ehrlich ist will genau das der Hörer hören und nicht der Mist der auf Dauer Berieselung im Radio bei den Öftis läuft.

THE DEAD DAISIES kicks once again everyones Ass with Rock N Hard Rock.

„Light ‘Em Up“ stellt gleich mal die Weiche auf Fucking Ass Kickin‘ Rock N Roll, besser geht es nicht, „Times Are Changing“ kommt mit dreckigem Bluesriffing und geht auch durch jede Wand als wenn sie aus Papier wäre. „I Wanna Be Your Bitch“ was für ein Songtitel mit so einer Stimme wie die von John, ein besseres Match gibt es selten, „I’m Gonna Ride“ hier werde ich an AC DC erinnert, ist das ein Nachteil, NÖÖÖÖ der Song hat Potential um alle Partys, Biker Treffen und Discos zum kochen zu bringen. „Back To Zero“ wirkt nicht so eingängig wie die Vorgänger, „Way Back Home“ geht wieder besser ins Ohr. „Take A Long Line“ ein Grooverocker wie er nicht besser sein könnte, „My Way And The Highway“ wow hier geht die Luzzy ab wie ein Chili im Hintern. „Love That’ll Never Be“ die Ballade die nicht fehlen darf, „Take My Soul“ geht nochmal im AC DC Lager rum und tritt gewaltig aber eingängig in den Hintern.

Balle

TUK SMITH & THE RESTLESS HEARTS – Rogue To Redemption

Trackliste:

01. Take The Long Way
02. Glorybound
03. End Of An Era
04. Still A Dreamer
05. Little Renegade
06. Blood On The Stage
07. Lost Boy
08. Down The Road
09. Rogue To Redemption
10. When The Party´s Over

 

Spielzeit: 35:49 min. – Genre: Rock, Glam, Classic Rock – Label: Gypsy Rose Records – VÖ: 30.09.2024 – Page: www.tuksmithandtherestlesshearts.com

 

Erinnert sich noch jemand an die BITERS? Nicht zu verwechseln mit den BITES, die letztes Jahr mit ihrem Debütalbum „Squeeze“ für so manch feuchten Schlüpper bei den Rockfans gesorgt hatten. Die BITERS wurden 2009 gegründet und brachten es bis zum Split Ende 2018 auf zwei Alben und einige EP´s. Chefvortänzer seinerzeit ein gewisser Tuk Smith. Eine Rezi zum 2015er Album „Electric Blood“ findet Ihr HIER.

Seit 2020 firmiert TUK SMITH unter seinem guten Namen, nachdem die BITERS leider das zeitliche gesegnet hatten, seine aktuelle Begleitband nennt sich THE RESTLESS HEARTS. Allein diese Namensgebung lässt schon ein wenig auf die Musikrichtung schließen, die sich diese Formation auf die Fahnen geschrieben hat. Im Grunde nicht allzu weit entfernt vom Sound der BITERS. Und doch eine Weiterentwicklung an Coolness und noch ein Stück nostalgischer als zuvor agieren die Amis auf ihrem zweiten Album „Rogue To Redemption“. Bereits 2022 erschien mit „Ballad Of A Misspent Youth“ ihr Erstlling, der unter anderem den Hit „What Kinda Love“ enthielt. Ein Stück, das an den frühen BILLY SQUIER mit „My Kinda Lover“ (welch Zufall) erinnert. Mit diesem und einigen weiteren Songs im Gepäck gingen TUK SMITH & THE RESTLESS HEARTS dann auch gleich auf einen Teil der Stadiontour von MÖTLEY CRÜE und DEF LEPPARD in den Staaten. Was für ein Start für die Jungs.

All zu viel hängen schien nicht geblieben zu sein, denn seitdem sind vier Jahre vergangen, Smith hat unlängst sein eigenes Label Gypsy Rose Records gegründet und natürlich jede Menge Musik kreiert. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass die zehn neuen Songs immer noch wie eine Mischung aus THIN LIZZY, Punk und 70er Glam anmuten (nein, das habe ich nicht vom Promo-Info übernommen, das war seinerzeit auch schon meine Umschreibung für die BITERS). Und doch haben die Jungs ihren Sound leicht modifiziert. Sie kommen noch direkter auf den Punkt und in ihrer Single „Glorybound“ behandelt TUK SMITH seinen musikalischen Werdegang höchstselbst. Es ist auf jeden Fall gut zu sehen, dass man unzählige Male mit dem Kopf gegen Schilder, Wände und ähnliches schlagen kann und doch noch dermaßen gute Rockmusik auf die Reihe kriegt (nur Spaß). Daneben solltet Ihr „Take The Long Way“, „Little Renegade“ und „When The Party´s Over“ unbedingt anspielen.

Wer das Debüt von TUK SMITH & THE RESTLESS HEARTS mochte, wird „Rogue To Redemption“ lieben. TUK SMITH und seine rastlosen Herzen sind eine der wenigen Bands, die ungefiltert und nicht aufgesetzt daherkommen. Einfache, coole Rockmusik und etwas Partylaune geben ein rundes Package ab, das gar nicht mehr Zutaten braucht. Holt Euch „Rogue To Redemption“ und habt einfach ne gute Zeit!

Stefan

EARTH LUX – Earth Lux

Trackliste:

01. Shine On
02. Soul Stalker
03. In Your Heart
04. Back Stage Business
05. Silent Cry
06. What A Day, What A Life
07. Kyrie Eleison
08. Stomy Tower
09. That Room
10. Paths Of Infinity
11. Lorraine

Spielzeit: 55:05 min – Genre: Hard Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 23.08.2024 – Page: www.facebook.com/earthluxofficial

 

Mit EARTH LUX will eine neue Band die Welt erobern, gegründet vom französischen Multi-Musiker Steph Honde (Gitarren) und dem brasilianischem Musiker Fred Mika (Drums), die beide vorher schon bei SUNBOUND zusammengearbeitet haben. Nachdem der Songwriting Prozess begonnen hat, kontaktierte Fred den deutschen Tausendsassa Michael Voss, der schon seit ewigen Zeiten im deutschen Musikzirkus unterwegs ist um den Posten am Bass zu übernehmen. Komplett machen EARTH LUX noch Steve Mann an den Tasten und Mark Boals am Mikrofon der Robin McAuley ersetzt nachdem dieser wieder von MSG gerufen wurde. EARTH LUX setzt sich somit aus einer internationalen Besetzung zusammen die mit drei Europäern in der Überzahl sind während zwei vom amerikanischen Kontinent stammen.

So die ersten knallharten Fakten sind geklärt, nun kommt das Wichtigste, die Mucke. Mal sehen ob diese Multikulti Truppe das Potential für die Spitze hat und überzeugen kann, und ob nicht zu viele Köche die Suppe versalzen? Der Opener macht Lust auf mehr. Die Vocals von Mark Boals sind stark ausgeführt und kommen sogar mal mit metallisch hohen Screams daher. Die Gitarren sind furztrocken und voll auf den Punkt knallend, eine kommt mit sehr starker Classic Rock Schlagseite und leichter Klangstimmung von Psychedelic Rock, was sich besser anhört als liest. Allerdings hat man bei den Gitarren das Gefühl das sie unter einer Glocke eingespielt wurden. Der Bass hält sich irgendwo im Zwischenraum von Hinter- und Vordergrund auf, die Tastenabteilung bildet einen dezenten aber effektvollen Teppich für die Hauptakteure der auch mal als Orgel oder Hammond Sound durchgeht. Das Schlagzeug ist sehr auffällig eingespielt allerdings klingt das ganze sehr klinisch und ein wenig künstlich. Die Produktion geht in Ordnung und hat Druck.

EARTH LUX bewegen sich vom Sound in einer sehr gekonnten Richtung aus Melodic, Classic und Hard Rock die gefällt. Vergleichen kann man mit sehr vielen die auf dieser Spielwiese agieren, wie zum Bleistift CASANOVA auf dem Klassik Trip, gemäßigte MAD MAX, MSG, SCORPIONS, ein wenig UFO, DEEP PURPLE, THE DEAD DAISIES, BURNING RAIN, LION und schieß mich Tot wer noch alles. Hier gibt es beste 80er Jahre Hard Rock Kost mit Classic Flair, ordentlich Gitarren die sich vehement durchsetzen und nicht nur vorlaut wie pubertäre Teenies rumschreien.

Viel zum Motzen gibt es hier nicht, außer die Drums und der komische Glockensound der Gitarren. Ansonsten eine anständige erste Vorstellung von EARTH LUX, für die Spitze sollte eine Steigerung kommen, der Weg in die richtige Richtung wurde eingeschlagen.

„Shine On“ legt gleich mal ein Pfund vor das sich gewaschen hat, „Soul Stalker“ ein sehr klassisch angehauchter Vollblut Rocker. „In Your Heart“ ein cooler Rocker der Spaß macht, „Back Stage Business“ kommt mit Orient Touch und geht als Highlight durch. „Silent Cry Screamer“ baut mit Melancholie einen dramatischen Spannungsbogen auf, „What A Day, What A Life“ die Ballade die nicht fehlen darf. „Kyrie Eleison“ irgendwie komisch chaotisch und ich glaube mit David Reece als Gast und zweite Stimme, „Stomy Tower“ schräge Riffs treffen aus Classic Rock. „That Room“ klassischer geht es von den Gitarren kaum noch, „Paths Of Infinity“ hier geht das Schlagzeug einen auffälligeren Weg, „Lorraine“ weder Rocker noch Ballade, irgendwie ein Softi der was kann wieder mit David als zweite Stimme.

Balle

FALCON TRAILS – Coming Home

Trackliste:

01. Fastlane
02. Feel
03. The Way We Want
04. Soul Satisfaction
05. Devotion
06. Caught
07. Winter’s Blues
08. Last Hearts Of Fire
09. Safe In My Arms
10. Stars
11. Coming Home
12. Sapphire Sky

Spielzeit: 49:24 min – Genre: Classic Rock – Label: Metalville Records – VÖ: 19.07.2024 – Page: www.facebook.com/falcontrails/

 

FALCON TRAILS ist ein Trio bestehend aus dem Sänger Lee Small, Mika Grönholm an Gitarre, Bass und Keyboards, sowie Tom Rask an den Drums. FALCON TRAILS haben sich dem Classic Rock verschrieben, wenn man auf das Cover blickt sieht man einen alten VW Bulli, genauso Vintage wie der Bus ist hört sich auch die Mucke an.

Die Stimme von Lee Small ist über jeden Zweifel erhaben und überzeugt ohne Wenn und Aber. Die Gitarren hören sich nach alten Röhrenverstärkern an und passen zu dem Hammond Sound der Tasten oder Mundharmonika die manchmal zu hören ist. Der Bass macht das was er soll und hört sich Retro an. Das Schlagzeug setzt mehr als nur einen Glanzpunkt. Der Classic Rock von FALCON TRAILS geht bis in die 70er Jahre zurück, und orientiert sich bei Bands wie LED ZEPPELIN, JIMI HENDRIX, THE WHO, PINK FLOYD, NAZARETH und URIAH HEEP. Alles ohne die Genannten zu kopieren, sondern es wird liebevoll zitiert und in die moderne gebeamt ohne dabei als Abklatsch oder Kopie zu wirken. Es werden auch sehr viele Funk Elemente verarbeitet, in etwa wie bei den alten HOT CHOCOLATE oder beim Intro von „Die Straßen von San Francisco“ zu finden sind. Wenn der Funkanteil nicht so hoch ist wirkt die Musik besser verdaulich und nicht so sperrig, geht der Funk hoch umso schräger wird die Sache. Wenn einfach nur klassisch drauf los gerockt oder mit Bluesanteil gerotzt wird macht das Album am meisten Spaß, wenn der Funk dazu kommt wird es interessant. Langeweile kommt zu keinem Moment auf, dafür ist das Album zu vielschichtig, könnte dadurch aber nicht für Ottonormalhörer geeignet sein. Die Melodien kommen auch zu keinem Moment zu kurz, die werden in dem Vintage Sound verpackt und kommen ohne Umwege aus der Anlage. Die Produktion hört sich nach alten Röhren Amps an und bewirkt dabei noch eine Verstärkung des Retro oder Vintage Stils von FALCON TRAILS. Da diese Stilrichtung leider nicht so flächendeckend bedient wird macht „Coming Home“ nochmal doppelt so viel Spaß.

„Fastlane“ ein klassischer Einstieg nach Maß, „Feel“ kommt mit Funk sowie Reggae Elementen und Hammond Sound. „The Way We Want“ ein melancholischer Rocker hier trifft HENDRIX auf PINK FLOYD, „Soul Satisfaction“ geht es zu funkig an, wird deshalb zum Nebendarsteller. „Devotion“ haut einem mit Funk die Hucke voll. „Caught“ geht wieder besser ins Ohr, „Winter’s Blues“ kommt als richtig geiler Bluesrotzer rüber. „Last Hearts Of Fire“ hier kommt ein Symbiont aus Blues, Rock und Reggae aus den Boxen der als Highlight durchgeht, „Safe In My Arms“ eine schwere Blues Ballade. „Stars“ sehr langsam und melancholisch (erinnert dabei an den PRINCE Song „Purple Rain“), „Coming Home“ hier wird es wieder flotter und funkiger, „Sapphire Sky“ ein Instrumental das Mittelalter Stimmung aufkommen lässt.

Balle

TAROT – Glimpse Of The Dawn

Trackliste:

01. Glimpse Of The Dawn
02. The Winding Road
03. Leshy‘s Warning
04. Echos Through Time
05. The Harrier
06. The Vagabons’s Return
07. Dreamer In The Dark
08. Heavy Weights The Crown

 

 

Spielzeit: 41:48 min – Genre: Classic Rock – Label: Cruz Del Sur Music – VÖ: 12.04.2024 – Page: www.facebook.com/tarotaus

 

Album Nummer vier „Glimpse Of The Dawn“ der australischen Classic Rocker steht an. Mir war TAROT vor diesem Album kein Begriff bis das Album „Glimpse Of The Dawn“ in der Liste von Veröffentlichungen auftauchte, also einfach mal überraschen lassen und hören was aus den Lautsprechern blubbert oder auch nicht.

Zur Band gehören Will Spectre an Gesang und Gitarre, Felix Russell ebenfalls Gitarre, Dave Harrington-George der Mann für den geilen Retro Hammond Sound, David Walsh am Bass und The Hermit und echt kein Kermit an den Drums. Die Musiker sagen mir rein gar nichts da ich mit den Vorwerken und der Band überhaupt noch keine Berührungspunkte hatte, dass sich sehr schnell ändern kann wenn die Mucke was kann.

Was auf „Glimpse Of The Dawn“ als erstes auffällig ins Auge sticht, ist die erfreulich lange Laufzeit von knapp unter 42 Minuten und das bei nur acht Songs. Ein Song knapp über 2, zwei mit über 4, drei mit über 5, einer über 6 und der letzte über 7 Minuten ist eine echte Ansage an die Bands die sich kurzhalten. Was kann der Hörer von TAROT in den knappen 42 Minuten erwarten? Ich sach mal so, es kommt schweinegeiler Classic Rock der Duftmarke the one and only RAINBOW, TOPAS, STRAIGHT SHOOTER und den frühen ALCATRAZZ aber auch ein wenig was von MINDSTORM beim Riffing und somit volle Breitseite auf den Hörer zu. Wer auf die erwähnten steht und Hammond sowie Retro Orgel Sound steht wird auf TAROT und „Glimpse Of The Dawn“ voll abfahren.

Kann man TAROT als Klon, Abklatsch oder gar Kopie der erwähnten nennen, das liegt im Auge des Betrachters, oder besser gesagt im Ohr des Zuhörers. Entweder man mag diese Stilrichtung oder nicht, ich komme sehr gut mit der Mucke zurecht, und ich bin froh mal wieder so richtig klassischen Rock aus den Anfängen der 70ern zu hören, den so warme Klänge wie von einer Hammond kommen ist einfach nur traumhaft und sollte jedem liegen der diese Zeit miterlebt hat. In der Zeit als DEEP PURPLE, BLACK SABBATH, THE SWEET, GARY GLITTER, SLADE und URIAH HEEP in aller Ohren waren, den Weg für die folgenden Künstler ebneten, RAINBOW ab Mitte dieses Jahrzehntes ihren Siegeszug mit Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio antraten, voll abräumten und die damals die Messlatte so hoch gesetzt haben die selbst bis heute noch nicht gerissen werden konnte. Genau danach klingen TAROT mit „Glimpse Of The Dawn“, mir bleibt hier keine andere Wahl als volle Hütte und mit 10 Punkten zu bewerten. Besser kann man Classic Rock im Jahr 2024 bestimmt nicht auf Tonträger bringen. Lasst euch ein Highlight der Rockmusik auf keinen Fall entgehen, TAROT sind die neuen Meister des Faches. Nicht vom Cover abschrecken lassen das Mucke aus der Psychedelic oder Progressive Ecke vermuten lässt.

„Glimpse Of The Dawn“ wie geil ist das den, ich glaube ich bin irgendwo in den 70ern gelandet Orgel und Hammond Sounds soweit die Ohren hören, „The Winding Road“ der toppt den Opener gleich mal um Längen. „Leshy‘s Warning“ hier muss ich an TOPAS mit ihrem 1980er Album denken, „Echos Through Time“ echt jetzt, sind RAINBOW zurück oder wie, was für eine geile Hook. „The Harrier“ ein stimmiges Instrumental und Intro für „The Vagabons’s Return“ bester Classic Rock, der nicht besser sein könnte. „Dreamer In The Dark“ was solls das nächste Highlight haut mir die Hucke voll, „Heavy Weights The Crown“ stammen RAINBOW und Co neuerdings aus Australien, cool, cooler, am coolsten TAROT rocken das Ding.

Balle

MIKE TRAMP – Mand Af En Tid

Trackliste:

01. Mand Af En Tid
02. Hvis Du Vil
03. Indeni
04. Kom Som Jeg Var
05. Altid Farvel
06. Stom Og Stille
07. Nat På Libelle
08. Livet Er
09. Sammen Alene
10. Ham Vi Vil Være

 

Spielzeit: 48:45 min – Genre: Classic Rock – Label: SPV – VÖ: 15.03.2024 – Page: www.facebook.com/MikeTrampOfficial

 

Der Däne MIKE TRAMP hat nicht nur seine WHITE LION Zeit als Vita sondern auch eine beachtliche Anzahl an Soloalben. Oder er bringt WHITE LION Klassiker im neuen Gewand heraus, über Sinn oder Unsinn solcher Alben will ich mir kein Urteil bilden, die gehören genau so wie seine Soloalben zum Schaffen von MIKE. Nun erschien Album #14, komplett in dänischer Sprache, mal sehen wie sich die dänische Sprache im Rockgewand verhält und ob MIKEs Tugenden zum Tragen kommen.

Neben MIKE am Mikrofon und Gitarre waren noch Soren Andersen an Gitarre, Søren Skov an Piano und Keyboards, Kenni Andy an den Drumsticks, Emily Garriock und Jørgen Throup an den Backing Vocals mit von der Partie.

Dann mal das Infosheet weggelegt und nachgehört was den Hörer erwartet. Dänisch passt nicht mal schlecht zur Rockmucke von MIKE, am Anfang erst fremd und ungewöhnlich, wenn man sich daran gewohnt hat geht es ganz gut ins Ohr. Für mich hört es sich ein wenig wie eine Mischung aus französisch und skandinavisch an. MIKE ist am Mikrofon ohne Zweifel eine Bank und Garant für Topleistungen, mit den dänischen Texten kommt echt ein gutes Stück Abwechslung ins Spiel. Wenn auch Schade ist das man nicht versteht um was es in dem Text geht, aber das nur als Randnotiz nebenbei.

MIKE macht genau das was er am besten kann, er rockt die Bude, und dass mit einer Konsequenz die schon bewundert werden sollte. Egal ob die Alben mit WHITE LION die alles andere als Weichspülmucke ist, genau wie seine Vielzahl an Soloalben auf denen er sehr gekonnt zwischen Melodic Rock und Classic Rock wandelt ohne dabei irgendwie in eine Richtung abzudriften sondern bedient alle Spielwiesen ohne viel Schnörkeleien oder sich in Spielereien zu verlieren. Die Stimme von MIKE ist über jeden Zweifel erhaben und hat nichts von seiner Faszination verloren, vielmehr hat man das Gefühl das die Stimme an Reife hinzugewonnen hat wie der Geschmack eines lange im Fass gereiften Edel Single Malt. Die Musiker an den Instrumenten machen auch keine für mich hörbaren Fehler, mit der gelungenen Produktion hat der Sound Druck in allen Frequenzen. Als weiteren Pluspunkt kann man die Spielzeit sehen 10 Songs kommen auf eine sehr gute Gesamtzeit von knapp unter 49 Minuten.

MIKE geht auf diesem Album einen eher ruhigeren Weg als auf den anderen Soloalben, die Songs kommen mit Drama und einer gehörigen Portion Gefühl, in etwa vergleichbar mit ruhigen und nachdenklichen TOM PETTY, BRUCE SPRINGSTEEN, TOM KIMMEL und JOHN KILZER. Nicht schlecht aber doch sehr ruhig und soft rockt sich der dänische Megaseller der 80er Jahre durch die zehn Songs. Es gibt weder Ausreißer in die zu seichte noch zu heftige Ecke, sondern man bleibt sich bei allen Songs im Soften Classic Rock treu. Alle die jetzt Mucke ala WHITE LION erwarten, überspringt dieses Album den es zeigt MIKE von einer verletzlichen und gefühlvollen Seite die sehr viel Spaß machen kann. Für manche bestimmt zu soft und nicht rockig genug, ich sag nur einfach mal zurücklehnen und Classic Rock der besseren Sorte genießen, es muss nicht immer an allen Ecken und Kanten böllern wie zu Silvester.

Balle

FREEDOM – Stay Free

Trackliste:

01. Tonight
02. Love Reaction
03. Eye Of The Storm
04. I’m Going To Leave You
05. Freedom Song
06. This Is Gonna Hurt
07. Johnny, You’re Electric
08. Melanie
09. Gone
10. Generation

 

Spielzeit: 42:07 min – Genre: Classic Rock – Label: Wild Kingdom – VÖ: 17.05.2024 – Page: www.facebook.com/freedomsthlm

 

Die aus Schweden stammende Formation mit schlichten Bandnamen FREEDOM kommt mit einem Retro/Vintage/Classic Rock Album in den Süden und setzt zu Landung an. Ob es ein Volltreffer oder Rohrkrepierer sein wird zeigen die kommenden 42 Minuten auf Retro getrimmte Mucke. Ein Blick auf das Cover enthüllt vier Typen die aussehen als wenn sie Ü30 wären und kein Wässerchen trüben könnten, aber dem ist auf keinen Fall so. In der Info zum Album steht geschrieben: „FREEDOM ist tief in der Arbeiterklasse der 1970er verwurzelt!“. Das kann man so stehen lassen, denn genau so hört sich der Retrosound der vier Jungs an. Nach staubigen, abgehalfterte Jeans, ausgelatschte Schlappen, verschwitzte Holzfäller Hemden, einfach nach handgemachter Mucke die mit viel Enthusiasmus, Charme, gut durchdacht, und viel Arbeit hört sich das zweite Album von FREEDOM an.

Bei uns ist FREEDOM noch nicht so wirklich angekommen, anders in Schweden und den schwedischen Musikerkollegen, die FREEDOM schätzen und lobend erwähnen oder mal eben kurz wie THE HELLACOPTERS zur Releaseparty auftreten lassen. Das zeigt welchen Stellenwert und Ansehen FREEDOM in der Rockszene in Schweden genießen. Also wird es höchste Zeit den Rest des blauen Planeten zu überzeugen. Bei mir haut es schon mal hin, und wenn das funktioniert kann der Rest nur noch ein Kinderspiel sein.

Zwei fette Pluspunkte hat die Band schon mal auf der Habenseite, zum einen 10 Songs mit einer Laufzeit von 42 Minuten ist Top, die Mucke bewegt sich im Classic Rock ist der nächste fette Batzen auf der Agenda. Dazu kommt das die Produktion weder steril noch irgendwie auf Hochglanz poliert wirkt, man hat das Gefühl das die Musiker Live im Studio vor Röhrenamps stehen und ein Fass aufmachen. Also noch ein Aspekt der auf die Gut Seite rückt, dann kommt das Wichtigste die Umsetzung, die gelingt mühelos und ohne Schnickschnack. Die Songs gehen sofort ins Ohr und lassen mich an BRUCE SPRINGSTEEN, TOM PETTY, THE ROLLING STONES und noch ein paar ollen Musikuse aus den 70ern von der britischen Insel auf einem genialen Skanditrip, einen Ableger von THE HELLACOPTERS und SMOKIE und ganz viel Märvel Flair denken. So locker, leicht und unbeschwert machen die Vier einen auf Rockstar ohne dabei baden zu gehen. Egal ob an den Instrumenten, Gesang oder die Umsetzung auf Tonband, die Band macht eigentlich alles richtig und hätte in den 70er und 80er Jahren bestimmt eine beachtliche Anzahl an Fans und Groupies um sich scharen können. Statt den Teens hätten die Jungs die Bravo Ottos abgeräumt. Dieses Album erinnert mich sowas von an meine Jugend in den 70er bis in die Mitte der 80er Jahre, als solche Musik noch in den Öfftis, damals war Privatradio nicht wirklich existent und kam erst ab Mitte der 80er so richtig auf Sendung, rauf und runter gespielt wurde, in der Rockdiscos flächendeckend vorkamen. Wenn ich an damals denke bekam man im tiefsten Bayern an der Grenze zu Österreich so einen Semioffiziellen Sender mit Namen Radio M1 rein auf dem nur Rock bis Hard Rock gespielt wurde, ich glaube sogar den Sender in der Auflistung von Internetstationen gesehen zu haben. Gutes stirbt niemals, egal ob Radio M1, coole Rockmucke und Musiker egal ob jung oder alt, die Vielzahl an Genres sind nicht klein zu bekommen und das ist auch gut so. Und mit FREEDOM ist ein äußerst interessanter Vertreter dieser Spielwiese auf dem Radar aufgetaucht.

Rohrkrepierer ein deutliches und großen Nein, Volltreffer ein lautes und deutliches Jaaaa!i! So macht Musik hören einfach nur Spaß und versetzt einen in eine Zeit die sehr weit zurück liegt aber was Mucke angeht einfach nur als genial bezeichnet werden kann. Als Bewertung würde es eine 9 geben aber das Ding haut so rein das ich noch einen Nostalgie Punkt dazu spendiere und volle Hütte vergebe.

Jungs es wird Zeit für eine Tour durch Deutschland mit Stopp in meiner Gegend, damit man sich mal bequem bei einem oder zwei Drinks über Mucke unterhalten kann.

„Tonight“ geht mal so richtig Vintage like los und macht neugierig auf die folgenden Songs ob die auch so cool sind, „Love Reaction zaubert mit einem unwiderstehlichen Charme ein Lächeln von einem Ohr zum andern ins Gesicht. „Eye Of The Storm“ flott und eingängig geht es weiter, „I’m Going To Leave You“ das nächste Sahneteil das aus dem Ärmel geschüttelt wurde. „Freedom Song“ ein besonderes Schmankerl mit Saxophon, „This Is Gonna Hurt“ kommt mit viel Drama aus den Puschen und gibt den Top Ten Stürmer. „Johnny, You’re Electric“ geht aber sowas von auf die Zwölf, „Melanie“ hätten die alten Hasen auch nicht besser hinbekommen. „Gone“ SPRINGSTEEN mit Chili im Hintern, „Generation“ kommt mit viel Drama und Bluesnote.

Balle

ACE FREHLEY – 10,000 Volts

Trackliste:

01. 10,000 Volts
02. Walking On The Moon
03. Cosmic Heart
04. Cherry Medicine
05. Back Into My Arms Again
06. Fight For Life
07. Blinded
08. Constantly Cute
09. Life Of A Stranger
10. Up In The Sky
11. Stratosphere

Spielzeit: 40:49 min – Genre: Classic / Hard Rock – Label: MNRK Heavy – VÖ: 23.02.2024 – Page: www.facebook.com/officialacefrehley/

 

Angekündigt wird Mr. FREHLEY mit folgenden Worten, „The Spaceman Is Back“, dass mag zutreffend sein aber er wird wie es in einem hier enthaltenen Titels zu Moonwalker. FREHLEY der ein erlesenes Mitglied in der Rock N Roll Hall Of Fame ist will es mit seinen 72 Jahren nochmals wissen, geht es gut oder wird es eine volle Windel? Das entscheidet sich in den kommenden Minuten, also Kopfhörer auf und der Mucke lauschen. Ich spare mir jetzt mal die Aufzählung aller beteiligten Musiker, da es nicht gerade wenige sind, am wichtigsten ist die Hauptperson um die es geht, ACE FREHLEY der sich für Gesang, Gitarren und Co-Produktion verantwortlich zeigt.

Eines sei vorweg erwähnt, hier steckt und das ohne einen Deut davon abzuweichen FREHLEY sowie KISS drin und man fühlt sich in die Anfänge von KISS Ende der 1970er bis in die Phase bis Mitte der 1980er und den ersten Soloausflügen des Gitarrenmeisters ab Ende der 1980er zurückversetzt. FREHLEY bewegt sich erfreulicher Weise in einem sehr attraktiven Verhältnis zwischen klassischen KISS und frisch aber auch knackig klingenden Hard Rock, der nicht zu Hart ausgefallen ist sondern einfach positiv an die Zeitspanne erinnert die ich vorher erwähnt habe. Diese Zeitspanne war die große Sternstunde des Hard Rocks und angehenden Melodic Hard Rock in dem nicht nur kräftig drauflos gerockt wurde. Die damaligen Künstler verbanden Hard Rock mit nachvollziehbaren Melodien und schufen so einen eingängigen Vertreter der härteren Rock Marschrichtung. Egal ob man jetzt KISS nimmt oder auch die alten Helden von RAINBOW, DEEP PURPLE, SCORPIONS, WHITESNAKE, BAD COMPANY und die ganz am Anfang ihrer Karriere stehenden DEF LEPPARD sowie ein paar Jahre später dann BON JOVI, EUROPE, TREAT oder BONFIRE trugen dazu bei das diese Stilrichtung wenigstens bis zum Erdbeben von 1991 das von Seattle ausging salonfähig war und auch sehr viele Stunden Spielzeit im Radio generieren konnte. In den Rockdiscos wurde egal was gerade angesagt war immer noch diese Mucke gespielt mit kleinen Unterbrechungen in die Seattle Szene die entweder auf einen spontanen Brechreiz oder Anklang traf.

Dieses Rock N Roll Hall Of Fame Mitglied sorgt mit diesem Album bei mir für eine gedankliche Zeitreise in eine Zeit in der alles unter Vertrag genommen wurde was eine lange Matte hatte, Cowboyletten, Spandexhosen trug und halbwegs gut aussah, und in der Musik die mit der Stromaxt erzeugten Riffsalven nicht aus der Öffentlichkeit verbannt wurde. Und so bleibt FREHLEY einer der Verfechter und Fahnenträger des Classic Hard Rock der so manche Trends und deren Wendungen überstanden und -lebt hat, der auch mit Kiss Erfolge feiern konnte, zweigt mit seinen über 70-Jahren der Jugend was eine rechte Gerade ist und geht mit diesem Hochspannungsalbum in die Vollen.

FREHLEY ist gut bei Stimme und zeigt kaum Abnutzungserscheinungen, mit der Gitarre kann er sowieso umgehen ohne dass er Fehler macht. Der Rest der Musiker macht einen sehr guten Job, einzig das Schlagzeug hört sich künstlich und nach Maschine an. Die Produktion gibt keinen Anlas zum Meckern sondern haut rein wie eine zehntnerschwere Bombe.

Abschließend gibt es nur eines über „10,000 Volts“ zu sagen, „KAUFEN“ und unbedingt anhören, am besten in oberen Lautstärken Regionen da wird die Birne so richtig durchgeblasen. Der ideale Soundtrack für eine 80er Rock Party, nicht mehr aber auf keinen Fall auch nicht weniger als verdammt coole Rock Mucke gibt’s auf die Ohren. Es handelt sich hier nicht um eine Vollgekackte Windel sondern um eine musikalische Zeitreise in der Rockmusik noch angesagt war.

„10,000 Volts“ ein für FREHLEY und KISS Typischer Groover der es in sich hat, „Walking On The Moon“ was für ein Retrorotzer, das Ding hört sich an wie ein übriggebliebener KISS Song den sie sich früher nicht getraut haben diesen zu veröffentlichen, kommt geil. „Cosmic Heart“ geht runter wie Öl mit leichtem Orient- und OZZYflair in der Unternote, „Cherry Medicine“ gibt den Schunkel, Groovy, Melodic Fetzer der alles abräumt und überall bestens angkommt, mit BEATLES und PETTY Vibes. „Back Into My Arms Again“ ein cooler Classic Rocker der gute Laune verbreitet, „Fight For Life“ ich bekomm die Kinnlade nicht mehr gehoben, so geil ist das was ich höre. „Blinded“ braucht ein paar Durchgänge, entfaltet dann aber auch nach einiger Zeit seinen Charme, „Constantly Cute“ geht ab wie ein Hund dessen Schwanzspitze in Flammen steht und er nicht weiß wohin damit. „Life Of A Stranger“ kommt mit viel Drama und Herzschmerz, „Up In The Sky“ wildert nochmals in der KISS Phase zu „Dynasty“ und „Unmasked“ Zeiten, „Stratosphere“ ein stimmiges Instrumental zum Abschluss macht das Licht aus.

Balle

THE SONIC BREWERY – Can’t Kill Rock’N‘ Roll

Trackliste:

01. Can’t Kill Rock‘N‘ Roll
02. Don’t Wanna Die
03. Giorgio
04. Who Is He
05. Mercury Of Dreams
06. Stop Talking
07. Bad Guy
08. We Can Be Friends
09. Jokercreek

 

 

Spielzeit: 44:44 min – Genre: Retro/Vintage Rock – Label: Sun King Music – VÖ: 17.11.2023 – Page: www.facebook.com/TheSonicBrewery

 

Ich wurde auf THE SONIC BREWERY aus meiner Nachbarschaft durch das Video zum Titel „Mercury Of Dreams“ aufmerksam und dachte mir mal Cheffe das könnte was für mich sein. Also hat der Cheffe die Promo klar gemacht und schon bei den ersten Takten musste ich an die späten 60er bis Mitte der 70er Jahre denken, an den Classic Rock mit Blues Wurzeln und einem leichten Hang Psychedelic im Sound. Damit nicht genug, denn die jungen Musiker hauen auch noch eine gehörige Portion Marc Bolan mit T-REX und Jim Morrison mit THE DOORS, ein wenig NAZARETH hier und LED ZEPPELIN da und JOE BONAMASSA ins Rennen und können die Einflüsse zu einem Sound verbinden ohne dabei abzulosen. Ich frage mich momentan wie es die Buam geschafft haben nicht auf meinem Radar aufzutauchen, ich hätte doch glatt eine kleine Sensation übersehen.

Nachdem der Stil interpretiert wurde sind die Musiker dran. Zur Brauerei gehören Benno Olbrich an Mikro, Percussion und Harp, Jonathan Niederer an Gitarre, Andeas Aigner am Bass und Thomas Hamberger an den Drums. Die Jungs sind mit knapp über 20 Jahre noch relativ jung, machen aber Musik wie Profis die schon Jahrzehnte im Geschäft sind. Vor Anspielungen an die ganz Großen der 60/70er haben die Jungs keine Angst, brauchen sie auch nicht. Mit ihrem jugendlichen Leichtsinn und eine gesalzene Portion bayerischen Charme gehen die Musiker die Sache an und haben nebenbei ein wirklich tolles Classic Rock Album rausgehauen das einem nur so mit Riffs abwatscht.

Die Stimme von Benno ist rau und kraftvoll, er hat auch keine Probleme mal in die höheren Regionen zu gehen, die meistert er auch. Die Gitarren machen einen positiven Eindruck, egal ob clean oder tief gestimmt, da sitzt jeder Riff oder dreckige Lick. Der Bass kommt gut an und die Drums treiben von hinten wie Sau.

„Can’t Kill Rock‘N‘ Roll“ kommt mit exotischen Klängen als geilen Kontrastpunkt, „Don’t Wanna Die“ ein Song der schwermütig und schlürfend rüberkommt, beim genauen hinhören aber eine riesige Bühne vor dem geistigen Auge aufbaut. „Giorgio“ ein sehr nachdenklicher Song mit hypnotisierendem Groove dem man sich schlecht entziehen kann, „Who Is He“ geht es sehr langsam aber mit cooler Melodieführung an. „Mercury Of Dreams“ ein grooviger Ohrwurm der sich sehr gut im Radio machen würde, „Stop Talking“ kann sein Potential erst nach mehreren Anläufen beweisen. „Bad Guy“ ist ein dreckiger und vorlauter Bluesrotzer und nebenbei ein Highlight darstellt, könnte direkt aus den tiefsten Sümpfen der Südstaaten kommen, „We Can Be Friends“ klassischer Blues Rock wie er sein sollte, „Jokercreek“ hört sich beim ersten Durchgang lahm an, beim zweiten zündet er die Rakete und kommt gut an.

Balle

FOGHAT – Sonic Mojo

Trackliste:

01. She’s A Little Bit Of Everything
02. I Don’t Appreciate You
03. Mean Woman Blues
04. Drivin‘ On
05. Let Me Love You Baby
06. How Many More Years
07. Song For The Life
08. I Wish I’d Been There
09. Time Slips Away
10. Black Days And Blue Nights
11. She’s Dynamite
12. Promised Land

Spielzeit: 43:20 min – Genre: Blues / Classic Rock – Label: Metalville – VÖ: 10.11.2023 – Page: www.facebook.com/Foghat

 

FOGHAT sind nach sieben Jahren Pause mit neuem Studioalbum und Sänger zurück, treiben die Britten schon seit den 1970ern ihr rockendes Unwesen im Musikzirkus der sich schneller verändert als man denken kann. FOGHAT Anno 2023 besteht aus der Stimme und Gitarrist Scott Holt, Bryan Bassett an Gitarre, Rodney O’Quinn am Bass und Gründungsmitglied Roger Earl an der Schießbude.

Ich kenne Foghat nur vom Bandnamen und einigen Songs die ich im Laufe der Jahre mal gehört habe ohne davon zu wissen das diese von FOGHAT stammen. Also bin ich so gut wie jungfräulich was die Band angeht. Auf dem Album befinden sich nicht nur eigene Songs der Band sondern auch einige Verneigung vor Künstlern die vor FOGHAT da waren, und ihre Fußabdrücke hinterlassen haben, wie Willie Dixon, B.B. King, Chuck Berry und manche Anderen die mit Coverversionen geehrt werden. Ich kann aber zu den Coverversionen nicht viel aussagen da mir außer ein paar wenige Titel das Material der genannten Künstler unbekannt ist und sich nicht wirklich viel Infos zum Album finden lassen.

Die Stimme von Scott passt nahezu ideal zur gebotenen Mucke der Band, die Gitarren gehen ein Wechselspiel von mal leichtfüßig oder Zentner schweren Riffs ein, ohne dabei irgendwie besonders aus der Reihe zu tanzen. Der Bass kommt leicht durch und die Drums sind auffällig eingespielt und setzen Akzente. Man merkt in jedem Song das hier Leute am Werk sind die wissen wo der Hase langläuft und wie man ein überzeugendes Rock Album einspielt. Die Produktion kling leicht zurückhaltend als wenn die Handbremse noch ein wenig dabei ist.

Vom Sound her bewegen sich FOGHAT irgendwo zwischen Rock N Roll, Latino, Blues, Southern und Classic Rock. Durch diese Spannbreite kann man FOGHAT auf diesem Album am besten mit den oben erwähnten Verneigungen mit einer gehörigen Portion Blues, JOE BONAMASSA, GARY MOORE, DOC HOLLIDAY, MOLLY HATCHET, SANTANA und ZZ TOP vergleichen. Dieser Raubzug durch die verschiedenen Genres bringt sehr viel Abwechslung ins Spiel. Zwar hat man immer wieder das Gefühl alles irgendwann, irgendwo mal in einer Art und Weise gehört zu haben, es klingt einfach alles vertraut und bekannt ohne dass es wie ein Cover oder Klon wirkt.

Ein gelungenes Comeback von FOGHAT, wenn man der Mucke lauscht würde man nicht darauf kommen das die Band von der großen Nordsee Kanalinsel stammt. Die Verneigungen sind sehr gelungen ausgefallen genau wie das eigene Material, hier gibt es nichts negatives zu berichten.

„She’s A Little Bit Of Everything“ ein flotter Blues Rocker der Spaß macht, „I Don’t Appreciate You“ ein Gute Laune Rocker und Futter fürs Radio mit einem Tupfer Rock N Roll. „Mean Woman Blues“ hier grüßt ein gewisser Tito Santana mit beiden Händen Blues und Latino Rock, „Drivin‘ On“ hier muss ich an „La Grange“ von ZZ Top denken. „Let Me Love You Baby“ Rock N Blues Roll kann überzeugen, „How Many More Years“ ein schwermütiger Blues Rocker. „Song For The Life“ cooler geht es kaum, „I Wish I’d Been There“ hier funkt der Südstaaten Rock voll rein. „Time Slips Away“ eine Mixtur aus Southern und Blues Rocker, „Black Days And Blue Nights“ hört sich nach Bajou Rock aus den Sümpfen Louisianas an. „She’s Dynamite“ würde sich gut im Radio machen, „Promised Land“ cooler Southern Roll mit aberwitzigen Gitarren Riffs.

Balle